Die Vorteile eines Wollteppichs
Wolle gehört zu den ältesten und am häufigsten verwendeten Materialien. Der älteste Wollstoff wurde in China gefunden und soll 3.800 Jahre alt sein! Als Naturmaterial wird Wolle für die Herstellung zahlreicher Teppiche und Teppichböden verwendet. Im Gegensatz zu Baumwolle, die eine pflanzliche Faser ist, wird Wolle direkt von Schafen gewonnen. Zur Herstellung von Teppichen werden verschiedene Arten von Wollmaterialien verwendet. Welche sind das? Welche Vorteile bietet ein Wollteppich aus praktischer, ökologischer und gesundheitlicher Sicht? Hier finden Sie einige Antworten.
Die verschiedenen Wollarten
Für die Herstellung von Teppichen gibt es verschiedene Wollqualitäten. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Herkunft und bestimmter Gütesiegel.
Teppiche aus neuseeländischer Wolle
Neuseeland ist der weltweit größte Woll-Exporteur. Das liegt ganz einfach daran, dass es zwanzigmal mehr Schafe als Neuseeländer gibt! Teppiche aus neuseeländischer Wolle genießen einen hervorragenden Ruf hinsichtlich ihrer Qualität. Die reine, zarte Wolle wird von Kennern geschätzt und von den besten Teppichherstellern bevorzugt. Zudem enthält diese Wolle eine feine Fettschicht, die die Reinigung der Teppiche erleichtert. Einziger Wermutstropfen: Neuseeland-Wolle belastet die Umwelt aufgrund ihres langen Transportwegs nach Europa. Das Woolmark-Label kennzeichnet neuseeländische Wolle von höchster Qualität. Das Material muss zwingend aus der Schur lebender und gesunder Tiere stammen.
Teppiche aus Merinowolle
Diese Wolle stammt in der Regel aus Australien. Sie gilt als besonders fein, weich und wärmespeichernd. Sie ist der Hauptbestandteil hochwertiger Wollteppiche. Manchmal wird sie mit Textilfasern wie Viskose gemischt.
Teppiche aus Schurwolle
Teppiche aus Schurwolle werden aus einem natürlichen Material hergestellt, dem der Hersteller maximal 7 % anderer Textilfasern beimischen darf. Der Begriff „Schurwolle“ deutet darauf hin, dass die Wolle aus der ersten Schur eines Lammes stammt. Diese Wolle ist die weichste und feinste, die einem Schaf im Laufe seines Lebens entnommen wird.
Teppiche aus reiner Schurwolle
Auch diese Wollsorte stammt aus der ersten Schur des Tieres. Das Garn enthält jedoch nicht mehr als 0,3 % anderer Textilfasern.
Die anderen Wollteppiche
Andere Wollteppiche werden als „100 % Wolle“ oder „reine Wolle“ bezeichnet. Das bedeutet, dass die Wolle nicht von erstklassiger Qualität ist. Manchmal stammt sie aus dem Recycling oder von toten oder kranken Tieren. Diese Angaben geben eher Aufschluss darüber, wie der Teppich gereinigt werden sollte, als dass sie eine bestimmte Qualität garantieren.
Was sind die Vorteile eines Wollteppichs?
Der Wollteppich zeichnet sich nicht nur durch zahlreiche ästhetische und praktische Vorzüge aus, sondern auch durch ökologische und gesundheitliche Vorteile.
Der Wollteppich: weich, bequem und temperaturregulierend
Wolle ist ein Material, das sich auf der Haut äußerst weich anfühlt. Ihre beruhigenden, wohltuenden und wärmenden Eigenschaften tragen zu einem höheren Komfort im Raum bei. Kinder lieben es, sich darauf zu legen und stundenlang darauf zu spielen. Wollteppiche eignen sich zudem hervorragend als Bettvorleger. Darüber hinaus zählt Wolle zu den wirksamsten Wärmeisolatoren. So isoliert sie den Boden im Winter vor Kälte, indem sie Wärme speichert. Wolle weist zudem eine hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit auf. Sie nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und reinigt die Raumluft. Umgekehrt gibt sie Feuchtigkeit ab, wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist.
Wolle – ein äußerst strapazierfähiges Material
Die Strapazierfähigkeit von Wollteppichen ist längst bewiesen. Das Material ist unglaublich langlebig und verfügt über eine natürliche Elastizität, die der anderer Textilfasern weit überlegen ist. So lässt sich das Material mehr als 20.000 Mal falten, ohne dass es zu Schäden kommt. Zum Vergleich: Baumwolle kann etwa 300 Mal gefaltet werden, bevor sie Anzeichen von Verschleiß zeigt. Wollteppiche sind langlebig und unempfindlich gegenüber Abnutzung und Rissen.
Zudem sind Wollteppiche schwer entflammbar. Auch die Ausbreitungs- und Wärmeabgabegeschwindigkeit von Wolle sind sehr gering. Im Brandfall setzen sie keinen giftigen Rauch frei. Aus diesem Grund ist Wolle nach wie vor die einzige Faser, die als Bodenbelag in Zügen und Flugzeugen zugelassen ist.
Die große Vielfalt an Wollteppichen
Wollteppiche gibt es in einer Vielzahl von Ausführungen. Sie sind in verschiedenen Farben, Mustern und Größen erhältlich. Die Auswahl der richtigen Wollteppiche ist daher wichtig. Dank dieser großen Vielfalt lassen sich Wollteppiche an alle Einrichtungsstile anpassen: rustikal, modern, im Industrial-Stil, minimalistisch, skandinavisch usw.
Wolle, ein hypoallergenes Material
Wolle ist eine vollkommen natürliche Faser, die keine Hautallergien auslöst und Atemwegserkrankungen nicht begünstigt. Tatsächlich setzt Wolle keine flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) frei. Im Gegenteil: Sie bindet Luftschadstoffe wie Formaldehyd und VOC. Sie erzeugt keine statische Elektrizität, was das Risiko der Staubansammlung verringert. Zudem wirkt sie milbenabweisend.
Wollteppiche – umweltfreundliche Produkte
Wolle ist ein vollkommen natürlicher und nachwachsender Rohstoff. Sie stammt aus der jährlichen Schur der Schafe. Entgegen der landläufigen Meinung leiden die Tiere dabei nicht, und die Schur verbessert sogar ihre Lebensbedingungen im Sommer. Aus diesem Grund ist es umweltfreundlich, einen Wollteppich einem Teppich aus synthetischem Material vorzuziehen. Man sollte jedoch Teppiche bevorzugen, die handwerklich hergestellt wurden und möglichst aus regionaler Wolle bestehen.
Wollteppiche: eine einfache, aber gründliche Reinigung
Die Pflege eines Wollteppichs ist nicht schwierig. Allerdings ist Wolle eine empfindliche Faser, bei der einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind. Die Reinigung beginnt immer mit dem Staubsaugen, um groben Staub und andere Feststoffe zu entfernen. Es wird empfohlen, mindestens einmal pro Wochein Faserrichtung zu saugen. Bei Kontakt mit Flüssigkeiten reicht es aus, den Wollteppich mit einem saugfähigen Tuch abzutupfen.
Wenn die Flüssigkeit einen Fleck hinterlässt, sollten Sie zur Entfernung besser natürliche Mittel verwenden. Mit warmem Wasser, einigen Tropfen Flüssigseife und Zitrone sowie Natron lassen sich die meisten Flecken auf Wollteppichen entfernen. Wenn Sie sich für ein Reinigungsmittel entscheiden, sollten Sie dieses zunächst an einer kleinen, unauffälligen Stelle des Wollteppichs testen. Hartnäckige Flecken sollten schließlich einem erfahrenen Teppichreinigungsfachmann zur Begutachtung vorgelegt werden.
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