Naturkerze: Wie wählt man sie aus?
Eine Duftkerze im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer anzuzünden, ist ein wahrer Genuss für die Nase und die Seele. Wer genießt es nicht, bei Kerzenschein zu Abend zu essen? Als Dekorationsgegenstand und Stimmungsmacher besteht die Kerze aus zwei Elementen: einem Fettstoff – in der Regel Wachs – und einem Docht, der sie von einer Seite zur anderen durchzieht.
Allerdings werden diese beiden Bestandteile oft synthetisch hergestellt, wobei noch verschiedene Säuren und andere Chemikalien hinzukommen. Warum sollte man also lieber eine natürliche Kerze wählen? Nach welchen Kriterien sollte man sie auswählen?
Warum sollte man eine Naturkerze einer Paraffinkerze vorziehen?
Die meisten im Handel erhältlichen Kerzen werden aus Paraffin hergestellt. Dieses aus Erdöl gewonnene, kostengünstige Wachs ist beim Schmelzen umweltschädlich. Tatsächlich setzt die Kerze bereits beim Anzünden giftige flüchtige organische Verbindungen (Benzol, Aceton, Toluol) frei. Zudem erfordern Produkte aus der petrochemischen Industrie bei der Erdölförderung und der anschließenden Verarbeitung einen hohen Aufwand an grauer Energie und Wasser. Darüber hinaus enthalten diese Kerzenarten in der Regel synthetische Duftstoffe, die sich als potenziell gesundheitsschädlich für den Menschen erweisen können.
Kerze aus Palmwachs: natürlich, aber schädlich für die Artenvielfalt
Andere Kerzen bestehen aus Palmwachs. Auch wenn es sich um ein pflanzliches und zu 100 % natürliches Wachs handelt, wird Palmwachs aus Palmöl gewonnen. Der Anbau von Ölpalmen führt jedoch zur Abholzung ganzer Gebiete. Eine echte Katastrophe für die weltweite Artenvielfalt. Daher sollte man Kerzen auf Palmwachsbasis besser meiden.
Im Gegensatz dazu wirkt sich die Zusammensetzung anderer Naturkerzen positiv auf die Gesundheit des Menschen und die Umwelt aus. Naturwachse sind nachwachsend oder leicht abbaubar und stellen keinerlei Gefahr für die Umwelt dar.
Die Wahl einer Naturkerze: Die Qualität des Wachses
Eine Naturkerze zeichnet sich vor allem durch die Qualität ihres Wachses aus. Während synthetische Kerzen aus Wachs auf Kohlenwasserstoffbasis bestehen, werden für Naturkerzen pflanzliche oder tierische Wachse verwendet.
Pflanzliche Wachse
Pflanzliches Wachs wird aus natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Es ist vollkommen umweltfreundlich und enthält keine schädlichen Stoffe. Natürliche und biologische Kerzen enthalten ihrerseits keinerlei Rückstände von Pestiziden oder Herbiziden. Hochwertiges pflanzliches Wachs hat einen niedrigen Schmelzpunkt, was die Brenndauer verlängert. Hier sind einige pflanzliche Wachse von guter Qualität.
- Die Kerze aus pflanzlichem Sojawachs. Sie gehört zu den im Handel am weitesten verbreiteten Naturkerzen. Das weiße Sojawachs wird aus hydriertem Sojaöl gewonnen. Allerdings sollte man auf Bio-Qualität achten, um den Einsatz von GVO zu vermeiden. Soja wird hauptsächlich in China, Brasilien oder den Vereinigten Staaten angebaut und weist eine mittelmäßige CO₂-Bilanz auf. Besser ist es, Sojawachs aus französischem Anbau zu bevorzugen.
- Die Kerze aus Raps-Pflanzenwachs. Rapswachs ist schwieriger herzustellen und daher teurer, hat aber den Vorteil, dass es aus Europa stammt.
Tierische Wachse
Früher stammten fast alle Kerzen aus der Tierwelt. Das Wachs wurde insbesondere aus dem Fett von Walen oder Pottwalen gewonnen. Glücklicherweise gehören diese wunderschönen Tiere heute zu den geschützten Arten. Kerzen aus tierischem Wachs sind daher fast vollständig verschwunden, abgesehen von denen aus Bienenwachs. Dieses ist dunkelgelb und recht teuer. Achten Sie darauf, eine handgefertigte und regional hergestellte Bienenwachskerze zu wählen. Denn viele davon stammen aus China. Außerdem sollten Sie sich vergewissern, dass die Kerze zu 100 % aus Bienenwachs besteht. Manche sind nämlich mit Paraffin versetzt.
Naturkerze: Die Wahl des Dochtes
Genau wie das Wachs kann auch der Docht einer Kerze aus synthetischem oder natürlichem Material bestehen. Es gibt zwei Arten von natürlichen Dochten: Baumwolldochte und Holzdochte.
Auf dem Etikett der Naturkerze muss ausdrücklich angegeben sein, dass der Docht zu 100 % aus Baumwolle besteht. Dies garantiert eine Verwendung ohne giftige Dämpfe und ohne Blei. In der Regel ist der Baumwolldocht mit Wachs getränkt, was ein einfaches und langanhaltendes Abbrennen ermöglicht. In diesem Zusammenhang gibt es auch Dochte aus Leinen oder Hanf, auch wenn diese eher selten sind.
Dennoch bleibt die Kerze mit einem Docht aus Holz der große Trend. Das Material eignet sich besonders gut für pflanzliche Wachse. Ein Docht aus Holz knistert und verleiht der Kerze zusätzlichen Charme sowie eine „Kaminfeuer“-Atmosphäre. Außerdem lässt sich Holz leichter aus Frankreich beziehen als Baumwolle.
Die Wahl einer Naturkerze: Duft und Farbe
Natürliche Kerzen werden oft als Duftkerzen gewählt. Die Wahl des Duftes – also des angenehmen Geruchs –, den die Kerze verströmt, hängt von den individuellen Vorlieben und Wünschen ab. Bei einer natürlichen Duftkerze wird der Duft bereits während der Herstellung direkt in das Wachs eingemischt. Man sollte jedoch wissen, dass die Düfte einer Kerze von einem synthetischen Duftstoff stammen. Einige Hersteller verwenden ätherische Öle, die größtenteils CMR-Stoffe (chemische Stoffe mit krebserregender, erbgutverändernder und fortpflanzungsgefährdender Wirkung) freisetzen. Im Idealfall sollte man eine Naturkerze ohne Duftstoff wählen. Ansonsten sind Kerzen mit einem garantiert CMR-freien Duft ebenfalls akzeptabel.
Die Kerzenauslagen sind farbenfroh und ansprechend gestaltet? Vor allem deuten sie darauf hin, dass diese Kerzen Farbstoffe – in Pulver- oder Flüssigform – enthalten, die flüchtige organische Verbindungen (VOC) und andere Zusatzstoffe freisetzen. Einige Handwerker stellen ihre Kerzen auf der Basis von Pflanzenfarbstoffen her. Bienenwachskerzen hingegen haben von Natur aus eine gelb-orange Farbe. Die beste Wahl? Entscheiden Sie sich für eine weiße Kerze – umweltfreundlich und gesund.
Um einem ökologischen und ethischen Ansatz voll und ganz gerecht zu werden, ist die Wahl einer handgefertigten, natürlichen Kerze aus 100 % regionaler Produktion die beste Lösung. So vermeidet man die Verwendung einer Kerze, deren Wachs aus einem fernen Land stammt, deren Qualität ungewiss ist und die das Risiko birgt, die Raumluft in dem Raum, in dem die Kerze brennt, zu belasten.
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