Nein, nicht jedes natürliche Material ist zwangsläufig eine zufriedenstellende ökologische Alternative. Bei KIPLI legen wir großen Wert darauf, die gesündesten Materialien mit minimalen Umweltauswirkungen auszuwählen. Nach eingehender Prüfung der verschiedenen Naturfasern, die für die Herstellung unseres Matratzensortiments zur Verfügung stehen, haben wir uns für diejenigen entschieden, die unseren ethischen und ökologischen Anforderungen am besten entsprechen. Bambus wird in verschiedenen Formen verwendet: für Alltagsgegenstände, in der Textilindustrie oder auch im Lebensmittelbereich.Ein vielseitiger Werkstoff, der sowohl die Industrie als auch die Verbraucher überzeugt. Doch Vorsicht vor Greenwashing und vor Materialien, die man für natürlich hält, ohne die oft sehr umweltschädlichen Verarbeitungsprozesse zu kennen. Eine kleine Klarstellung, um unsere Position besser zu verstehen.
Eine interessante Pflanze mit vielfältigen Eigenschaften
Bambus stammt hauptsächlich aus Asien; China ist übrigens der weltweit größte Produzent. Man findet ihn auch in Lateinamerika sowie in Afrika. Es handelt sich um eine schnell wachsende Pflanze (die bis zu 1 Meter pro Tag wachsen kann), deren Anbau nur sehr wenig Wasser sowie wenig Dünger und Pestizide erfordert. Daher wird sie auch als „Kamelpflanze“ bezeichnet. Zudem bindet Bambus Treibhausgase hervorragend – im Durchschnitt dreimal so viel wie Bäume mit gleichem Volumen. Dank seines sehr dichten Wurzelwerks trägt der Bambusanbau zur Verringerung der Erosion bei .
Was seine physikalischen Eigenschaften angeht, ist Bambus ein Material, das sowohl leicht (leichter als Stahl oder Beton) als auch witterungsbeständig und hitzebeständig ist. Daher ist er im Bauwesen sehr beliebt. Ein Bauwerk aus Bambus verbraucht deutlich weniger Energie als herkömmliche Baustoffe. Tatsächlich benötigt es fast zehnmal weniger Energie als beispielsweise ein Bauwerk aus Zement. Seine einzigartige, exotische Ästhetik begeistert Architekten und Käufer gleichermaßen.
Ein wachsender Erfolg im Westen, der nicht ohne Folgen bleibt, denn um den Marktbedürfnissen gerecht zu werden, entwickelt sich die Überproduktion von Bambus zu einer ökologischen Katastrophe. Hinzu kommt, dass Bambus zwar im Bauwesen ein hervorragender Werkstoff ist, dies jedoch nicht für den Textilbereich gilt.
Die Auswüchse der industriellen Massenproduktion
Bambus ist im Grunde genommen eine Pflanze – kurz gesagt, alles, was aus Bambus hergestellt wird, ist sehr einfach. Das ist jedoch der Haken bei der sogenannten Bambusviskose, die zahlreiche Verarbeitungsschritte durchläuft. Nach Abschluss des Verarbeitungsprozesses hat die Bambusfaser nichts Natürliches mehr an sich. Bambus wird bei der Herstellung von Zellulose verarbeitet, wobei Natronlauge und Schwefelsäure zum Einsatz kommen, sodass letztendlich ein vollständig künstliches Material entsteht. Übrigens weist das GOTS-Label ( Global Organic Textile Standard), das eine ökologische Produktionsweise garantiert, darauf hin, dass bei der industriellen Herstellung von Bambusfasern größtenteils kein natürlicher Bambus verwendet wird. Und dennoch rühmen sich viele Unternehmen, die diesen Stoff verwenden, damit, eine gesunde und umweltbewusste Alternative anzubieten.
In Matratzen wird Bambusviskose verwendet. Bei KIPLI bieten wir Matratzen aus Naturlatex, Taschenfedern und Wolle an. Wir legen großen Wert darauf, dass jedes unserer Produkte so natürlich und gesund wie möglich ist – und zwar für die ganze Familie. Aus diesem Grund verzichten wir auf Bambusviskose.
Doch das ist noch nicht alles: Um die Nachfrage zu decken, werden in Asien Wälder zugunsten von Bambusplantagen abgeholzt. Dies führt zu einem Ungleichgewicht in der Artenvielfalt, da Bambus – der als invasive Pflanze gilt – sehr schnell wächst und immer mehr Raum einnimmt. Eine Monokultur, die die Böden auslaugt.
Nicht zu vergessen ist zudem der erhebliche CO₂-Fußabdruck, der durch den Import des Rohstoffs entsteht.
Bambus ist also eine interessante Pflanze , sofern er sinnvoll und im Rahmen eines kontrollierten, nicht ausbeuterischen Anbaus genutzt wird. Aber Vorsicht vor irreführenden Bezeichnungen von Naturprodukten, bei denen mit dem Namen des Materials gespielt wird, das nur dem Namen nach natürlich ist. Wenn man sich über die Herkunft und die genaue Zusammensetzung des gewünschten Produkts informiert, kann man mehr über dessen Umweltfreundlichkeit erfahren. Es gibt verschiedene natürliche Materialien aus der Region, die ähnliche Eigenschaften wie Bambus aufweisen, beispielsweise Leinen.
