Wenn schon wenige Minuten ausreichen, um alles zu verändern.
Ein bisschen schlafen, besser leben: Eine Geschichte der Siesta
Es gibt Wörter, die wie geschaffen scheinen, um die Welt zu verlangsamen. „Siesta“ ist eines davon. Abgeleitet vom lateinischen „sexta hora“ – wörtlich „die sechste Stunde des Tages“ – bezeichnete es bei den Römern jenen Moment um die Mittagszeit, in dem Körper und Geist nach einer Pause verlangen. Eine Verschnaufpause im Tagesrhythmus.
Seitdem hat die Siesta viele Wandlungen durchlaufen. Lange Zeit war sie fest in den Kulturen des Mittelmeerraums und der bäuerlichen Gesellschaft verankert, wurde dann aber von der Moderne verdrängt und in einer Welt, die das „Immer-Mehr“ hochhält, allzu oft mit Faulheit gleichgesetzt. Doch nun kehrt sie langsam zurück – in japanischen Büros ebenso wie in französischen Haushalten, in Unternehmen ebenso wie in Schulen.
Sie kehrt zurück, weil sie heilt. Weil sie beruhigt. Und weil sie uns an etwas Wesentliches erinnert: Wir sind nicht dafür geschaffen, endlos zu rennen.
Die Vorteile eines unterbrochenen (und gut getimten) Schlafs
Oft wird angenommen, dass nur eine gute Nachtruhe zählt. Das stimmt nicht. Die Wissenschaft bestätigt: Ein richtiges Nickerchen kann genauso erholsam sein wie eine lange Nachtruhe.
Schon wenige Minuten reichen aus, um das Gedächtnis, die Konzentration und die Stimmung zu verbessern. Zehn bis zwanzig Minuten reichen aus, um die Aufmerksamkeit wieder zu steigern, ohne in tiefe Schläfrigkeit zu verfallen. Fünfundvierzig Minuten regenerieren den Körper. Und ein vollständiges Nickerchen von 90 Minuten ebnet den Weg für die tiefen Phasen des erholsamen Schlafs.
Noch überraschender: Laut einigen Studien haben Menschen, die regelmäßig ein Nickerchen machen, ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als ob der Körper sich bei denen bedanken würde, die auf ihn hören.
Aber Vorsicht: Es kommt ganz auf den Zeitpunkt, die Dauer … und die Unterlage an. Ein gelungenes Nickerchen ist kein spontanes Einschlafen. Man bereitet es langsam vor, wie ein Ritual.
Wie lässt sich das Mittagsschläfchen zu einem wohltuenden Ritual machen?
Die Augen zu schließen reicht nicht aus. Damit man sich wirklich erholen kann, muss sich der Körper vollständig entspannen können. Und genau hier spielt die Umgebung eine Rolle.
Ein bisschen Schatten, bewusste Stille oder ein paar beruhigende Klänge. Ein weiches Kissen, eine leichte Decke. Und vor allem: eine stabile und natürliche Stütze.
Ein Lattenrost aus Massivholz bietet beispielsweise eine gesunde und geräuscharme Unterlage, ohne zu knarren oder durchzuhängen. Er lässt die Matratze atmen und passt sich dem Körpergewicht widerstandslos an. Er ist unsichtbar, aber unverzichtbar. Er ist es, der für erholsamen Schlaf sorgt.
Selbst wenn es nur zwanzig Minuten sind – Komfort macht den Unterschied. Denn ein Nickerchen ist keine Flucht, sondern eine Geste der Achtsamkeit. Ein Moment, den man sich selbst als kleines Geschenk des Alltags gönnt.
Was wäre, wenn das Mittagsschläfchen zu einer Lebenskunst würde?
In Japan spricht manvon „Inemuri “: der Kunst, an einem öffentlichen Ort für einen kurzen Moment einzuschlafen, ohne dabei jemals ganz abzuschalten. In Spanien ist das „Reposo“ fest in der Kultur verankert. In China erlauben die Schulen den Schülern, nach dem Mittagessen zu schlafen.
Und wir? Worauf warten wir noch, um dem Mittagsschlaf wieder den ihm gebührenden Stellenwert einzuräumen?
Es könnte zu einer angenehmen Wochenendgewohnheit werden. Zu einem Ritual nach dem Spaziergang. Zu einer Pause zwischen zwei Besprechungen. Es könnte Einzug halten in die hellen Zimmer und auf die unauffälligen Schlafsofas. Es könnte endlich das werden, was es schon immer war: ein Moment der Ruhe inmitten des Trubels.
Die Welt zur Ruhe bringen – ein paar Minuten nach dem anderen
Man kämpft nicht gegen die Müdigkeit an. Man hört auf sie. Man gönnt sich eine Pause. Man schließt die Augen. Und schon ist alles anders.
Die Siesta ist weder ein Luxus noch eine Laune. Sie ist eine Form der Selbstfürsorge. Eine Fürsorge für sich selbst. Und auch für andere, denn ein ausgeruhter Mensch ist freundlicher, aufmerksamer und präsenter.
Also, wenn ihr könnt, nehmt euch diese Zeit. Legt euch hin. Atmet tief durch. Lasst den Tag gemeinsam mit euch wieder zu Atem kommen.
Und wenn der Schlaf auf sich warten lässt, ist das nicht schlimm. Der Körper wird wissen, dass Sie auf ihn gehört haben.
