Unter all den Informationen, die den ganzen Tag über an uns vorbeiziehen (und das sind viele), gehen manche unter. Für alle, die sich für Ökologie und Umweltbewusstsein interessieren – Themen, die uns bei Kipli besonders am Herzen liegen –, haben wir fünf Nachrichten ausgewählt, die den Monat Mai 2021 geprägt haben. Entdecken Sie sie unten!
Ein neues Label für Haushaltsprodukte
Nach dem Vorbild von Nutriscore, dem Reparierbarkeitsindex und dem CO₂-Score hält nun auch der Toxiscore Einzug in die Regale. Dank eines Farbsystems lässt sich die Toxizität von Haushaltsprodukten leichter bestimmen. Barbara Pompili, Ministerin für den ökologischen Wandel, möchte den Toxiscore bis 2022 verbindlich einführen, um den Verbrauchern zu helfen, fundiertere Entscheidungen für ihre Gesundheit und die Umwelt zu treffen. Da er derzeit auf freiwilliger Basis angewendet wird, ist es möglich, dass der Toxiscore auf den gefährlichsten Produkten nicht angebracht ist. Auch wenn das Ziel dieses Labels lobenswert ist, bleibt es dennoch unvollständig. Einige Verbände fordern nämlich ein Verbot bestimmter gefährlicher Stoffe, anstatt sich ausschließlich auf die Eigenverantwortung der Bürger zu verlassen.
Weitere Informationen: Novethic – Der Toxiscore, das neue Gütesiegel, das die schädlichsten Haushaltsprodukte kennzeichnet – 11.05.2021
Dem Amazonas-Regenwald geht die Puste aus
Einer aktuellen Studie zufolge hat der brasilianische Amazonas-Regenwald in den letzten zehn Jahren mehr Treibhausgase ausgestoßen, als er gebunden hat. Diese Schwächung beunruhigt Wissenschaftler, da Wälder zwischen 25 und 30 % des vom Menschen ausgestoßenen CO₂ bindenund so die globale Erwärmung bremsen. Die Studie befasst sich zudem mit dem brasilianischen Teil des Amazonasgebiets, der 60 % dieses Primärwaldes ausmacht. Es ist das erste Mal, dass Zahlen belegen, dass der brasilianische Amazonas zu einer Kohlenstoffquelle geworden ist. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte, wenn der brasilianische Amazonas bereits umgeschlagen ist, der Rest des Amazonasgebiets bald folgen. Die Studie hat zudem gezeigt, dass die Entwaldung zu 27 % zu den Kohlenstoffverlusten des Waldes beigetragen hat, gegenüber 73 % durch Waldschäden (kleine Brände, selektive Abholzung, geschwächte Bäume in der Nähe entwaldeter Gebiete…). Eine Erkenntnis, die uns dazu auffordert, unser Verhältnis zu den Tropenwäldern schnell zu überdenken.
Weitere Informationen: Novethic – Der brasilianische Amazonas-Regenwald gibt mittlerweile mehr Kohlenstoff ab, als er bindet – 10.05.2021
Steueroptimierung: Amazon im Fokus
44 Milliarden Euro – so hoch belief sich der Umsatz, den Amazon im vergangenen Jahr in Europa erzielt hat. Ein neuer Rekord für das US-Unternehmen, zumal es darauf keinerlei Steuern gezahlt hat. Dazu hat sich Amazon auf seine luxemburgische Tochtergesellschaft gestützt. Das Land verfügt nämlich über sehr vorteilhafte Steuergesetze, die Amazon sehr gut zu nutzen weiß. Diese Steuerhinterziehung passt der englischen Labour-Abgeordneten Margaret Hodge gar nicht, die die Praktiken des Unternehmens anprangert, während lokale Geschäfte in Schwierigkeiten stecken. Sie ist der Ansicht, dass solche Giganten ihren „gerechten Anteil an Steuern“ zahlen und „zum Gleichgewicht des Gemeinwohls“ beitragen müssen. Amazon seinerseits versichert, alle Steuern zu zahlen, die von den Ländern, in denen es tätig ist, verlangt werden. Eine komplizierte Situation für die Behörden, da das Unternehmen die Steuerregeln der einzelnen Länder gekonnt ausnutzt.
Mehr dazu: Capital – 44 Milliarden Euro Umsatz, 0 Euro Körperschaftssteuer: Amazon ist der König der Steueroptimierung in Europa – 04.05.2021
Die UNO warnt vor der globalen Erwärmung
Zur Erinnerung: Im Pariser Abkommen wurde das Ziel festgelegt, die globale Erwärmung auf unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, wobei Maßnahmen ergriffen werden sollen, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen. Laut einer Studie des britischen Meteorological Office für die Weltorganisation für Meteorologie„besteht eine Wahrscheinlichkeit von 40 %, dass die globale Jahresdurchschnittstemperatur in mindestens einem der nächsten fünf Jahre vorübergehend um 1,5 °C über den vorindustriellen Werten liegen wird“. Eine schlechte Nachricht für den Planeten, denn der Temperaturanstieg führt zu einer Beschleunigung des Eisschmelzens, einem Anstieg des Meeresspiegels und einer Zunahme extremer Wetterereignisse.
Mehr dazu: „L’Info durable“ – Klima: Die +1,5 °C-Schwelle könnte bereits bis 2025 erreicht werden, warnt die UNO – 27.05.2021
Ein bisschen Hoffnung in den Pyrenäen
Im Jahr 2018 wurde eine slowenische Bärin namens Sorita in die Pyrénées-Atlantiques ausgesetzt, um den Bärenbestand zu retten, der damals ausschließlich aus Männchen bestand. Es scheint, als habe diese Wiederansiedlung Früchte getragen, denn in diesem Winter hat Sorita drei Bärenjungen zur Welt gebracht! Eine ermutigende Nachricht, denn so etwas war seit den 1970er Jahren nicht mehr vorgekommen. Trotz der Bemühungen der Tierschutzorganisationen gibt es in der Region jedoch nur 64 Bären. Die natürlichen Hindernisse der Bergwelt und die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Machtkampf zwischen den Arten bedrohen somit das Überleben des jungen Wurfs. Die Tierschutzverbände rufen daher Wanderer dazu auf, sich dem Gebiet, in dem sich die Mutter und ihre Jungen aufhalten, nicht zu sehr zu nähern, um die dauerhafte Ansiedlung der Bären in den Pyrenäen zu gewährleisten.
Weitere Informationen: PositivR – Pyrenäen: Zum ersten Mal seit 50 Jahren bringt eine Bärin drei Junge zur Welt – 26.05.2021
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